Hautes-Alpes 2018

Ich hatte dieses Jahr das Glück 2 mal mit Motorrad und Zelt zum Offroad fahren zu verreisen.
Das zweite mal führte mich Anfang September am 02.09. nach Frankreich in die Westalpen (Hautes-Alpes). Da ich nur 5 Tage Zeit hatte, sollte für die Hin- und Rückfahrt nur jeweils 1 Tag verbraucht werden. So fuhr ich Sonntags um 4:15 Uhr auf die 760 Km lange Fahrt zum Lac de Serre-Ponçon los. Die Strecke führte mich auf Autobahnen durch die Schweiz bis nach Grenoble. Von dort ging es weiter über Landstraßen zum Lac de Serre-Ponçon. Alleine dieser See, an dem ich auf einem Zeltplatz nächtigte, hatte sich schon rentiert. Es ist der größte Stausee in den Alpen und das Farbenspiel des Wassers verzaubert.

Lac de Serre-Ponçon
Lac de Serre-Ponçon
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Zudem ist diese Gegend das reine offroad Paradies, wobei der Colle del Parpaillon einer der bekannteren Pässe dort ist. Nach der Ankunft auf dem Campingplatz musste erstmal das Zelt aufgestellt werden.

Campingplatz

Danach ruhte ich mich von der Anfahrt aus und machte mir auf meinem kleinen Campingkocher schnell etwas zu Essen. Ich traf dann auch auf meinen Bekannten der zur selben Zeit auf diesem Campingplatz verweilte. An dieser Stelle auch einen Gruß an Ihn, wo immer er gerade rum fährt 😉 Am 03.09. ging es als erstes zu einer Strecke die an einer Skipiste entlang bis zur Zwischenstation (Clôt des Aurans) führte.

Clôt des Aurans

Von dort sollte es eigentlich noch höher gehen, allerdings war dann der Weg zu grob für meinen schweren „Eisenhaufen“. Den Umfaller hatte ich mit selber eingebrockt, passiert ist dabei nichts.

Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Danach ging es zum benachbarten Berg auf eine ebenso schöne Strecke (La Feuillera). Dort machten wir noch eine kleine Wanderung zu einem Fort und zu einem Wasserfall. Nicht alle Wege sind erlaubt mit dem Motorrad zu befahren und man sollte sich auch daran halten. Zumal es gerade dort genügend erlaubte Offroad Strecken gibt.

La Feuillera
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Danach war der erste Tag vor Ort auch schon so gut wie zu Ende. Neuer Tag, neues Glück. am 04.09. nahmen wir den
Colle del Parpaillon unter die Räder. Wohl eine der bekanntesten Strecken dort und wir hatten Glück das so wenig los war. Im Tunnel merkte ich was ich auch schon vorher wusste, eine Mischbereifung ist eben nur eine Mischbereifung und bringt im Matsch nichts. Entsprechend vorsichtig musste ich im Matsch agieren, wer will schon im Tunnel das Motorrad aufheben.

Colle del Parpaillon
Colle del Parpaillon
Colle del Parpaillon
Colle del Parpaillon
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Da wir nach dem Colle del Parpaillon noch nicht genug hatten, wurde noch die Strecke zum Fort Croix Superieur und zum Fort de Roche la Croix in Angriff genommen. Bei letzterem musste wieder ein Stück zu Fuß gegangen werden. Es hatte sich alleine schon für die Aussicht rentiert.

Fort Croix Superieur
Fort Croix Superieur
Fort Croix Superieur
Fort Croix Superieur
Fort de Roche la Croix
Fort de Roche la Croix
Fort de Roche la Croix
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Der 05.06. war für die Route Forestière de la Grande und die Chapelle Saint-Pierre vorgesehen. Die Route Forestière ist eine abwechslungsreiche Strecke zu einem Anwesen in Privatbesitz. Das Schild Privé sollte auch respektiert werden.

Route Forestière de la Grande
Route Forestière de la Grande
Route Forestière de la Grande
Route Forestière de la Grande
Route Forestière de la Grande
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Nach einer Pause wieder mit herrlichen Aussichten auf die Bergwelt ging es weiter zur Chapelle Saint-Pierre. Am Ende dieser Strecke steht die Kapelle auf einer Hochebene an der ein Picknickplatz (Bänke, Tische, Feuerstellen) eingerichtet ist. Ab hier ist Naturschutzgebiet und die weiterfahrt für Fahrzeuge verboten.

Weg zur Chapelle Saint-Pierre
Weg zur Chapelle Saint-Pierre
Weg zur Chapelle Saint-Pierre
Hochebene an der Chapelle Saint-Pierre
Rückweg von der Chapelle Saint-Pierre
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Das war es dann, da es am nächsten Tag wieder zurück ging. Dort gibt es noch viel mehr Strecken und es war bestimmt nicht das letzte mal. Auch ohne Offroad kommt man dort als Motorradfahrer auf seine Kosten. Es gibt einige schmale geteerte Strecken die einem immer wieder phantastische Aussichten frei geben. Als Beispiel sei hier die D7 genannt. Unbedingt mal fahren, genießen, anhalten und das Panorama in sich aufnehmen.

Lac de Serre-Ponçon

Solche Strecken gibt es rund um den See.

Piemont 2018

Um den Stau am Karlsruher Dreieck zu entkommen und um am gleichen Tag anzukommen, startete ich am 05.07.2018 um 4:30 Uhr meine Reise nach Piemont. Bis Freiburg hatte ich Glück mit dem Wetter, bevor sich der Regen einstellte und mich bis zum Col du Mont Cenis begleiten sollte. Die Rechnung mit den Staus ging auf, zumindest in Deutschland. Ich nahm den Grenzübergang bei Rheinfelden um in die Schweiz einzureisen wo mich kurze Zeit später, auf der schweizer Autobahn, der erste Stau empfing. Zum Glück gab es immer wieder kurze Regenpausen. Apropos Schweiz, wer kennt das nicht dort höllisch aufzupassen nur keinen Kilometer schneller zu fahren wie erlaubt. Ich fuhr über Bern nach Genf, um dort die Grenze nach Frankreich zu überqueren. In Frankreich hielten mich dann nur die Mautstationen auf. Allerdings war ich gerüstet und hatte das Münzgeld in einer Außentasche parat. Über Annecy ging es bis kurz vor den Tunnel de Frejus. Da es dort aufhörte zu Regnen, entschied ich mich für die Route über den Col du Mont Cenis.

Col du Mont Cenis

Eine richtige Entscheidung nach so vielen Kilometern Autobahn. Über den Col gelangte ich nach Italien und dort über Susa nach Salbertrand. Ich schlug, nach 10,5 Stunden und 754 Km, mein Lager auf einem für Offroad Fahrern bekannten Zeltplatz auf. Davon konnte ich mich an der Masse der dort vorhandenen Enduros überzeugen. An diesem Tag war ich nach der langen Fahrt etwas geschafft und testete mal dieses Travellunch. Ich muss sagen, man kann es essen. Den Abend verbrachte ich noch in einer netten und lustigen Runde mit 2 Schweizern und einem weiteren Deutschen. Ich erzählte ihnen das ich unbedingt am nächsten Tag die Assietta fahren wolle. Da sie dies auch vor hatten, verabredeten wir uns zur gemeinsamen Fahrt am nächsten Tag. Am nächsten Morgen brachen wir um 09:00 Uhr nach Susa auf, um dort zum Colle delle Finestre abzubiegen.

Colle delle Finestre
Colle delle Finestre

Nach kurzer Kehrenreicher und enger asphaltierter Straße ging es mit dem Offroad fahren auf „Schotter“ los. Von nun an lagen ca. 50 Kilometer unasphaltierter Weg vor uns. Zu erst auf den Colle delle Finestre zum „aufwärmen“ und für einen kleinen Vorgeschmack auf die phantastischen Aussichten in der Bergwelt. Von dort über ein kurzes Stück asphaltierter Straße zu Strada dell´Assietta. Was soll ich sagen, nur alleine dafür hatte sich die Anreise gelohnt.

Strada dell´Assietta
Strada dell´Assietta

Herausfordernd war weniger die Strecke, die ich aber einem Anfänger eher nicht empfehlen würde, sondern die emotionalen Momente des Glücks und den grandiosen einmaligen Aussichten. Davon könnt ihr euch in dem kurzen Video selbst überzeugen.

Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Wir verbrachten ca. 4 Stunden dort und das ist zum Genießen die Mindestzeit. Es sind übrigens nur 30 Km/h erlaubt und wenn viel los ist, steht auch die Polizei mit Laserpistole auf der Strada dell´Assietta. Die Assietta teilen sich Wanderer, Mountenbiker, Endurofahrer und ein paar Geländewagen und das funktioniert in einer einmaligen Harmonie. Jeder grüßt jeden und natürlich fährt man an Wanderer besonders langsam vorbei.

Strada dell´Assietta

Es scheint zu funktionieren und für alle Wanderer die das nicht mögen ist Mittwochs und Samstags dieser Weg für den motorisierten Verkehr gesperrt. Von Sestriere, wo die Assietta ihr Ende hat, fuhren wir nach Oulx und kehrten in einem Café ein.

Strada dell´Assietta
Strada dell´Assietta

Eine Tankstelle zu finden, die noch Personal hat und Bargeld annimmt, scheint in Italien ziemlich schwer zu sein. So mussten wir noch nach Bardonecchia, da es dort eine mit Personal gab. Leider war die Landstraße gesperrt und wir mussten über ein kurzes Stück Autobahn, die dafür aber gratis war. Das es noch einen anderen Weg gab, fand ich erst am nächsten Tag heraus. Abends ging es zum Lokal auf dem Campingplatz um eine Pizza zu verspeisen. Am Samstag brachen einige auf um auf der Stella Alpina zu nächtigen. Ich blieb auf dem Campingplatz und wollte zunächst versuchen zum Jafferau zu gelangen. Den Weg über die Skipiste von Bardonecchia aus, konnte ich mir sparen. Ich hatte von mehreren Seiten Berichte, das dort der Weg durch Schneebrettern versperrt war. Es muss aber noch einen Weg von Savoulx aus geben. Leider fand ich den Einstieg nicht sondern nur einen Pfad mit richtig großen groben Steinen. Erkenne Deine Grenzen, das war nichts für mich und mein schweres Gefährt. So wollte ich dann wenigstens bis zum gesperrten Tunnel und nahm die Strecke über Moncellier zur Strada militare Fenil-Paramand-Föens-Jafferau. Leider war auch hier weit vor dem Tunnel Schluss. Ein riesiges bis zu 3 Meter hohes Schneebrett versperrte mit darauf liegenden Bäumen den Weg. Jafferau war also erstmal gescheitert.

Schneebrett auf der Strada militare Fenil-Paramand-Föens-Jafferau
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Machte aber nichts, ich war im Piemont und da gab es noch so viel mehr. Also fuhr ich nach Beaulard um über den Punta Colomion nach Bardonecchia zu fahren. Hier war die Herausforderung schon teilweise etwas größer wie auf der Assietta. Zum Teil Abschnitte mit recht groben Steinen bis man oben am Punta Colomion ist.

Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Von dort ging es wieder runter mit herrlichen Aussichten übers Susatal bevor man in den Wald hinab tauchte. Dort war der Weg sehr angenehm, allerdings auch sehr Steil mit engen Kehren. Und wieder einige Wanderer die freundlich meinen Gruß erwiederten. Von Bardonecchia aus fuhr ich dann zum Rifugio Scarfiotti um bei der Stella Alpina 2018 einen Kurzbesuch zu machen.

Rifugio Scarfiotti mit Stella Alpina 2018
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Zum Sommeiller kam man dieses Jahr nicht ganz hoch, da auch hier Schneebretter den Weg versperrten. Der Platz am Rifugio Scarfiotti ist atemberaubend schön mit den Wasserfällen im Hintergrund. Jede Menge netter Leute aus allen möglichen Ländern. Engländer mit Superbikes die auch den Sommeiller hochgefahren sind so weit wie es ging. Leider trüben meiner Ansicht nach Leute, die ihre Motorräder auf dem Hänger ankarren das Treffen. Und das waren keine kleinen 250er sondern 690er und größer. So etwas war garantiert nicht im Sinne des Erfinders dieses einmaligen, nicht kommerziellen Treffens. Ich fuhr dann wieder zurück zum Campingplatz und machte mir am Abend ein paar Tortellini.
Am Sonntag, einen Tag vor Abreise, fuhr ich nochmals die Strada dell´Assietta und es war wieder atemberaubend bei herrlichem Wetter.

Strada dell´Assietta

Verbflüffend stellte ich fest wie leer es war, fast nichts los auf dieser herrlichen Strecke. Ich nahm mir sehr viel Zeit, da dies der Abschluss im Piemont war. Ich fuhr dann noch mal nach Bardonecchia um meinen Tank zu füllen. Leider war am Sonntag auch an dieser Tankstelle kein Personal. Zum Glück konnte man dort aber mit Geldschein am Automaten tanken. Abends noch eine Pizza im Campingplatzlokal verspeist und wieder nette Gespräche mit anderen Endurofahrern geführt. Am nächsten Morgen musste ich dann packen. Die Rückfahrt war für 2 Tage geplant, da man auf einem Campingplatz meist nicht so früh weg kommt und ich auch noch ein paar Landstraßen in Frankreich unter die Räder nehmen wollte. Um 9:30 Uhr war es dann nach dem Bezahlen so weit. Die Strecke führte mich über den Col du Mont Cenis, den Col de Iseran (2764 m) am Lac de Roselend vorbei über den Col du Pre nach Beaufort.

Col de Iseran
Lac de Roselend
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Von dort weiter über die Route du Col Aravis und der Route de Gileres zur Autobahn in die Schweiz. Dort übernachtete ich auf einem Campingplatz am Murtensee. Dieser war recht luxuriös, wenn man eine Temperaturvorwahl in der Dusche und Toillettenpapier auf der Toillette so bezeichnen kann. Am Abend saß ich noch etwas am See rum und dachte über die vergangenen Tage nach. Der nächste Tag war dann das tatsächliche Ende dieser viel zu kurzen aber sehr schönen Tour. Ich kam nach 845 Km und insgesammt 2000 Km mehr auf dem Tacho, wieder zu Hause an. Diese Tour mit der Assietta war schon ein Knaller. Das war auf jeden Fall nicht das letzte mal im Piemont, da gibt es ja noch die ligurische Grenzkammstraße 🙂

Rückblick 2017

Kleiner Zusammenschnitt vom Jahr 2017.


Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Warum Motorrad ?

Gegenfrage, warum Auto, Ski oder Fußball e.t.c.

Was macht Motorrad fahren aus, was ist so besonders daran ?
Einige würden jetzt sagen Freiheit, allerdings finde ich das unpassend. Freiheit gibt es auch beim Motorrad fahren nicht. Schließlich gibt es noch mehr Verkehrsteilnehmer und auf die sollte Rücksicht genommen werden. Darum gibt es Regeln an die ich mich auch als Motorradfahrer halten sollte. Da gibt es ganz einfache Fakten. Beispiel: wer bei rot über eine Ampel fährt, spielt mit seinem Leben und dem der anderen.

Also was macht es aus, wenn man einmal infiziert wurde was bei mir schon 38 Jahre zurück liegt. Man sitzt im Freien und ist direkt den Umwelteinflüssen wie Regen, Staub, Hitze, Kälte, Gerüche e.t.c. ausgesetzt. Das bedeutet man nimmt die Umwelt auch viel intensiver wahr. Kurven werden in Schräglagen durchfahren und das macht genauso Spaß wie ein Skifahrer der beim Wedeln seine Freude hat. Dadurch das man nicht von einem Blechkleid umhüllt und isoliert ist, kommt man auch schneller mit Leuten in Kontakt, vor allem auf Reisen. Für mich bedeutet das auch abschalten vom Stress und den Problemen des Alltags. Bei mir die einzige Möglichkeit so konsequent abschalten zu können. Wahrscheinlich da man beim Motorrad fahren konzentrierter sein muss. Schließlich gibt es keine Knautschzone und Rückhaltesysteme die einem Sicherheit suggerieren. Dann sind da noch die immer wieder aufkeimenden Glücksgefühle in bestimmten Situationen die vorwiegend landschaftlich bedingt sind. Wenn alles passt wie Weg und Landschaft, kann einem schon so ein Gefühl überkommen. Da läuft fast ein Tränchen die Wange runter oder man jubelt es lauthals heraus. Nun bin ich nicht jemand der einem Geschwindigkeitsrausch verfällt, das Tempo spielt bei mir eine untergeordnete Rolle. Da ich am liebsten kleinste Wege oder noch besser Wege ohne Asphalt (Endurowandern) fahre, ist man den Umwelteinflüssen noch intensiver ausgesetzt. Wenn es die Zeit erlaubt ist auch ein Zelt mit dabei, was leider viel zu selten vorkommt. Es ist schwierig jemanden, der mit Motorrad fahren so gar nichts zu tun hat, die Faszination zu beschreiben. Ich denke jedoch mit gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme, sollte doch jeder dem anderen seine Faszination gönnen. Ich schreibe hier jetzt nicht von denen die es maßlos übertreiben, die gibt es schließlich in allen Bereichen und sind nicht nur auf Motorradfahrer begrenzt.

Route Forestière Tour 2017

Herrliche kleine Straßen in unserem Nachbarland Frankreich.
Auf den Karten als Route Forestière gekennzeichnet.

play video
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Friaul

Hier ein paar Videos aus meinen Reisen ins Friaul.

Friaul 2017 Teil 1:

play video
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Friaul 2017 Teil 2:

play video
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Friaul 2017 Teil 3:

play video
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Panoramica delle Vette 2016:

play video
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.

Titisee

September 2016 schönes Wetter und ein neues Zelt im Gepäck.
Wohin für einen Kurztrip ?
Zum Titisee, wollte schon immer die kleineren Straßen im Schwarzwald ausprobieren.

Video Titisee
Mit klick auf dieses Bild wird akzeptiert das sich ein neues Fenster zu youtube.com öffnet mit den Folgen das youtube Daten sammeln könnte.
Musik in diesem Video:

1. Ronnie Marler by Ronnie Marler (c) copyright 2006 Licensed under a Creative Commons Attribution license.  
2. A Foolish Game by snowflake (c) copyright 2014 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license.  Ft: Admiral Bob 
3. Renegade by Alex (c) copyright 2014 Licensed under a Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0) license.  Ft: Admiral Bob & Simon Hartley(100percentelectric) 
4. Bad Attraction by unreal_dm (c) copyright 2015 Licensed under a Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0) license.  Ft: Brad Sucks 
5. The Borderline Hobo by MC Jack in the Box (c) copyright 2009 Licensed under a Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0) license.  Ft: Ronan Tyrrell and Brad Sucks 
6. Reworked Out Fine by MC Jack in the Box (c) copyright 2006 Licensed under a Creative Commons Attribution license.  Ft: Brad Sucks

Quelle:  http://dig.ccmixter.org

Portugal 1988

Die Reise die einiges änderte

1988 hatte ich die Idee nach Portugal zu reisen. Wir starteten im Sommer morgens um 5:00 Uhr. Meine Freundin und heutige Frau, das Campinggepäck und ich mit meiner Honda CB400N. Als Kontrollfreak war alles minutiös geplant, ein Fehler den ich so nie mehr wiederholen werde.

Portugal Route
Die Strecke

Die Planung, an welchem Tag welches Zwischenziel erreicht werden sollte, ging schon am ersten Tag in die Brüche. Wir fuhren, um schnell voran zu kommen, auf der Autobahn bis Béziers in Frankreich und übernachteten dort in der Gegend um Valras-Plage. Das waren knapp 1000 Km am ersten Tag und wir brauchten dann auch einen Tag Pause. Mein Plan war damit schon um einen Tag in Verzug. Hier wusste ich noch nicht das es noch mehr Tage werden würden. Machte aber nichts, es war herrlichstes Wetter aber auch sehr heiß.
Am Tag 3 fuhren wir weiter über die D914 via Cerbère am Meer entlang.

Béziers nach Adra

Nach Grenzkontrolle und Umtausch von DM in Pesetas ging es in Spanien weiter auf der N-260 dem nächsten Zwischenziel entgegen. Eine Stecke die sich lohnte, da sich immer wieder schöne Ausblicke aufs Meer ergaben.

Wir sind dann weiter über Barcelona und Valencia bis nach Adra. Wer Zeit hat, sollte in Barcelona unbedingt ein paar Tage Pause machen. Auf dem Weg dorthin hatten wir eine endlos lange Gerade auf der wegen hohem Verkehrsaufkommens auch nicht überholt werden konnte. Das waren die Situationen bei denen man plötzlich einen Tiefpunkt bekam und fast schon keine Lust mehr hatte weiter zu fahren. Man fuhr mit maximal 50 Km/h der endlosen Blechlawine bei hohen Temperaturen hinterher. Wir fuhren dann ein Stück unterhalb der Sierra Nevada entlang und es war brütend heiß. Wir saßen auf dem Motorrad in unseren Schwabenlederkombis im eigenen Saft.
Ab und zu probierte man das Visier auf zu machen um es sofort wieder zu schließen. Der heiße Fahrtwind war unerträglich die Gegend dafür umso schöner.

Stellplatz in Adra

Wir suchten uns in Adra einen Campingplatz für die Nacht. Das war nicht einfach da dort alles überfüllt war. Zum Glück bot uns ein Motorradfahrer an auf seinem Platz unser Zelt mit aufzustellen. Es war ein Vater der mit seinem Sohn auf dem Motorrad den Urlaub verbrachte. Die Plätze dort sind wie Carports mit einem Dach aus Bast was uns etwas Schatten bot.

Am 4. Tag ging es über Malaga die Küstenstraße entlang nach Algeciras, da wir unbedingt Gibraltar anschauen wollten.

Adra nach Algeciras

Wieder steuerten wir einen Campingplatz an wussten aber nicht, das die Leute dort zum Teil wohnten. Dicht gedrängt auf schmalen Sandstreifen bauten wir unser Zelt auf. Es war ein Platz der nicht zum Verweilen einlud und den wir auch nur für die Nächte in Anspruch nahmen.

Gibraltar

Dort trafen wir noch einen CB400N Fahrer der damit tatsächlich nach Marokko in die Wüste wollte. Als ich ihn auf seine lose Kette aufmerksam machte, erwiderte er mir das er schon ein Glied raus gemacht hätte ! Ich sagte ihm das er damit aber nicht mehr weit käme, was ihn aber anscheinend nicht interessierte. Am 5. Tag schauten wir uns Gibraltar an und mussten erst über die Start und Landebahn die die Straße querte. Lediglich eine Ampel steuerte den Verkehr zwischen Flugzeugen und Autos.

Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar

Ein merkwürdiges Gefühl mitten über eine Start und Landebahn zu fahren und man schaute, ob sich nicht doch ein Flugzeug näherte. Auf Gibraltar sind wir dann den Berg hinauf der oben eine phantastische Aussicht bot. Die berühmten Affen fanden wir allerdings nicht. Wir haben noch eine Grotte besucht in der auch Konzerte statt fanden.

Gibraltar
Algeciras nach Albufeira

Am 6. Tag war es so weit. Es ging über Sevilla nach Portugal. Nach Grenzkontrolle und Umtausch von DM nach Escudo reisten wir nach Portugal ein. Auf der Fahrt bis nach Portugal hatten wie kaum Motorräder gesehen und hier kam

Camping bei Albufeira

uns gleich ein ganzer Pulk hupend und winkend entgegen. Wir steuerten zielstrebig einen Campingplatz am Meer in der nähe von Albufeira an. Wir waren schon in der Einfahrt da kam uns ein Motorradfahrer entgegen und sprach uns an. Er hole gerade noch seine Sachen, denn dieser Platz

Strand an der Algarve
Strand an der Algarve
Cabo de São Vicente

wäre sehr schlecht. Sie haben einen besseren gefunden und wenn wir Lust hätten könne er uns diesen Zeigen. Wir überlegten nicht lange und nahmen das Angebot dankend an. Dieser Platz war nicht direkt am Meer war aber tatsächlich sehr gut. Genügend Platz ums Zelt herum, saubere sanitäre Anlagen und ein Restaurant mit leckerem Essen. Es gab auch mehrere Pools was bei entsprechenden Temperaturen nicht zu verachten ist. Wir verbrachten 5 Tage dort und machten Ausflüge nach Faro, schauten uns Albufeira an, fuhren bis zum Cabo de São Vicente und verbrachten schöne Stunden an den herrlichen Stränden der Algarve.

Cabo de São Vicente
Cabo de São Vicente
Cabo de São Vicente
Cabo de São Vicente
Faro
Faro
Faro
Faro
Albufeira nach Lisboa

Am 11. Tag ging es dann weiter Richtung Norden zum nächsten Ziel Lisboa. Man sollte unbedingt die IP7 nehmen vorbei an der riesigen Statue von Cristo Rei über die phantastische Brücke. Diese hat auf der linken Spur ein Gitterrost auf dem man heute als Motorradfahrer nicht mehr fahren darf.

Lisboa

In Lissabon verbrachten wir 2 Tage. Da es sehr viel zu sehen gab war dies eigentlich zu wenig.

Lisboa

Die alte Prachteinkaufsstraße in der übrigens später im gleichen Jahr ein Feuer tobte.

Lisboa
Lisboa

Den Aufzug Elevador de Santa Justa, die Holzstraßenbahn, die Sé de Lisboa, Convento do Carmo, jede Menge alter Bauwerke und und und.

Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa
Lisboa

Das ließe sich endlos fortsetzen, ein Blick auf Google Maps (damals noch nicht), reicht um zu sehen wie viel es dort zu Entdecken gibt.

Lisboa nach Figueira da Foz

Die Reise ging am 14. Tag weiter bis auf einem Campingplatz am Strand bei Figueira da Foz. Von dort aus besuchten wir die alte Universitätsstadt Coimbra mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Strand bei Figueira da Foz
Strand bei Figueira da Foz
Campingplatz bei Figueira da Foz
Figueira da Foz
Unterwegs nach Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Coimbra
Unterwegs

Die Reise ging weiter und wir trafen am 16. Tag in Viana do Castelo ein.

Figueira da Foz nach Viana do Castelo

Hier führt eine interessante Brücke über den Lima bei der die Eisenbahn unter der Straße über den Fluss geführt wird. Hervorzuheben ist die Kirche (oder Tempel) Santuário de Santa Luzia die auf einer Anhöhe liegt. Sie bietet einen schönen Altar mit tollen Gemälden an der Kuppel. Man kann nach oben außen auf die Kuppel von wo man einen herrlichen Panoramablick hat.

Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo
Viana do Castelo

Wir blieben hier 2 Tage um etwas auszuruhen.

Pause unterwegs, der Panda war stellenweise mal weiß 🙂
Viana do Castelo nach Llanes

Dann ging es weiter nach Spanien wieder eine Grenzkontrolle aber dieses mal mussten wir nichts wechseln da wir noch Pesetas übrig hatten. Bei Pausen am Straßenrand kamen immer wieder mal Fahrzeuge vorbei die hupten und uns freundlich zu winkten.
Es ging dann weiter über Ourense, Lugo, Ribadeo an Spaniens Nordküste entlang bis nach Llanes. Leider gibt es keine Bilder von dort da es permanent regnete. Was für ein Kontrast gegenüber dem heißen Süden. Die Gegend dort ist wunderschön. Man stelle sich Allgäu, Schwarzwald und Meer auf einmal vor. Da wir auch einiges auf Autobahnen unterwegs waren ging uns, als eine geplante Tankstelle nicht existierte, der Sprit aus. Zum Glück hat die CB400N eine für den Normalbetrieb etwas ungünstige Tankform, so das nach hinlegen und wieder aufrichten des Motorrades, Benzin von der einen Seite auf die andere floss.

Llanes nach Biarritz

Mit diesem Rest konnte die Reise bis zur nächsten Tankstelle fortgesetzt werden. Inzwischen war der 19. Tag angebrochen und es ging von Llanes Richtung Frankreich. Auch hier wieder die damals übliche Grenzkontrolle mit Geldwechsel. Ich merkte das etwas mit der Honda nicht stimmte, sie fühlte sich schwammig an. Wir kamen bis Biarritz und schlugen dort unser Zelt auf. Ich musste der Sache mit dem schwammigen Fahrgefühl auf den Grund gehen.

Camping bei Biarritz
Radlager hinüber

Ich stellte ziemlich schnell den Grund fest, das Hinterrad hatte Spiel. Also ausbauen und die Befürchtungen wahr werden lassen. Das Radlager war so etwas von hinüber. Was tun an einem Freitag Nachmittag. Ich hatte einen ADAC Schutzbrief, also einfach mal dort anrufen. Was dann passierte verschlug mir die Sprache. Die Dame am anderen Ende sagte nur kurz das jetzt Wochenende sei und man nichts machen könne, dann legte sie auf. Ich denke mein Fluchen haben sogar die Franzosen verstanden. Glück im Unglück, in Biarritz gab es eine Honda Werkstatt, die aber leider das Radlager erst bestellen musste. Wir saßen fest und das in einer nicht gerade günstigen Gegend. Zum Glück passierte das nicht in Portugal oder Spanien, da es dort damals so gut wie keine Honda Werkstätten gab.

Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz
Biarritz

Also nahmen wir uns zwangsweise die Zeit und vergnügten uns bei herrlichen Wellen am Strand des Atlantiks oder gingen spazieren. Am 3. Tag abends wunderte ich mich wie ein Frau die ganze Zeit Schmerzlaute von sich gab als sie von den Sanitärgebäuden aus über den Platz lief. Der Wind hatte kräftig aufgefrischt und als ich dann auch über den Platz musste, wußte ich warum sie ein paar Schmerzlaute von sich gab. Ich hatte mir bis dahin nicht vorstellen können wie diese Piniennadeln die durch die Luft flogen einen piecksen konnten. Der Wind wurde immer kräftiger und wuchs zu einem heftigen Sturm. An schlafen war nicht zu denken und als nachts um 1:30 Uhr die Kettensägen durch die Nacht schallten, wussten wir dieser Sturm war heftig. Am nächsten Tag konnte man das ganze Ausmaß sehen. Bäume waren auf Wohnwagen oder Autos gefallen, glücklicherweise ohne Personenschäden. Wir hatten Glück, da bei uns und unserer unmittelbaren Nachbarschaft nichts passiert war. Wir saßen 5 Tage in einer wirklich schönen aber teuren Gegend fest bis das Hinterrad repariert war. Der Urlaub musste aus der Ferne um ein paar Tage verlängert werden.

Biarritz nach Bourbon-Lancy

Am 27. Tag ging es dann weiter über Bordeaux. Limoges, Montluçon, Moulins bis nach Bourbon-Lancy. Das schöne an Frankreich ist, man muss sich über Campingplätze keine Gedanken machen da es dort überall welche gibt.

Campingplatz in Bourbon-Lancy

So steuerten wir dort einen Camping Municipal an und bekamen einen riesigen Platz für uns alleine zugewiesen. Von dort aus ging es dann am nächste Tag über Besançon, Mulhouse und wieder einer Grenzkontrolle nach Hause. Wir kamen nach 28 Tagen und 6400 Km wieder zu Hause an. Um einige Erfahrungen reicher wurden meine Fahrten danach um einiges lässiger angegangen.

Mein Fazit:
Man braucht keine 100PS um auch weitere Reisen zu unternehmen.
400 ccm und 43 PS reichen auch und das auch noch zu zweit.
Man sollte nicht alles haargenau Planen da es eh anders kommt.
Es reicht vollkommen die Route mit dem was man unbedingt sehen will zu planen. Während der Reise kann man immer noch die Dauer im Auge behalten  und notfalls um planen. Die Reise und damit auch der Urlaub beginnt vor der Haustüre und nicht erst an den anvisierten Zielen.

Und zusätzlich aus heutiger Sicht:
Wie schön es heute ist ohne Grenzkontrollen und Geldwechsel mit Umrechnung einfach durch weite Teile Europas fahren zu können. Das sollten wir uns nicht kaputt machen lassen. Es ist nicht alles gut was in der EU entschieden wird und vielleicht brauchen wir auch eine andere Europapolitik aber Grenzen sollten fallen und nicht wieder aufgebaut werden. Immerhin haben wir schon sehr lange Frieden in Europa und den gilt es zu bewahren. Die Welt ist schön da draußen und die meisten Menschen sind nett und hilfsbereit.

Navis gab es damals noch nicht und man reiste mit Karten. Warum das, was man gerade benötigt immer im Falz der gefalteten Karte ist, habe ich bis heute nicht raus gefunden. Ich nehme auch heute noch, trotz Navi, gerne Karten mit. Bei Navis fehlt meistens der große Überblick.

Sorry für die Qualität der Bilder. Die sind alle von Dias eingescannt, digital gab es damals noch nicht.